critical making: Konferenz, Labor & kollektive Praxis
Datum/Ort: Do–So, 27.–30. August · Frankfurt am Main, Campus Bockenheim
Das Event ist ein dreitägiges, interaktives Zusammenkommen rund um Offene Werkstätten, Makerspaces und kollaboratives Arbeiten. Neben inspirierenden Talks und inhaltlichem Input steht vor allem das praktische Ausprobieren und gemeinsame Gestalten im Mittelpunkt. Besucher*innen haben die Möglichkeit, neue Welten zu entdecken, aktiv mitzumachen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Gleichzeitig wird bewusst Raum für Austausch, Diskussion und Gemeinschaft geschaffen.
Dank unserer Förderpartner – der anstiftung, der WDO sowie der Goethe-Universität Frankfurt – können wir die kostenlose Teilnahme an der Veranstaltung ermöglichen. Wenn ihr zu dem Programm beitragt, erstatten wir euch die Reisekosten, falls ihr das wünscht. Und auch die Erstattung der Kosten für eine Unterkunft ist bei Bedarf möglich.
Ziel der Veranstaltung ist es, die Bedeutung von offenen, kollaborativen Räumen sichtbar zu machen und darüber ins Gespräch zu kommen, wie sie unser Zusammenleben bereichern und einen Beitrag zu einer lebendigen, demokratischen Gesellschaft leisten können.
Wir laden euch ein, dieses Event aktiv mitzugestalten! Mit diesem Open Call möchten wir vielfältige kreative Initiativen, Themen und Formate zusammenbringen. Wenn ihr Teil davon werden möchtet, meldet euch bei uns! Gemeinsam entwickeln wir Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Räumlichkeiten sowie technische Unterstützung stellen wir gerne bereit.
Die Konferenz findet zusammen mit dem SommerCamp der Offenen Werkstätten statt. Während in Panels, Gesprächen und Workshops Erfahrungen geteilt und Fragen gemeinschaftlicher Praxis diskutiert werden, wird im Camp gebaut, repariert, gekocht, programmiert und improvisiert. Konferenz und Camp bilden einen gemeinsamen Erfahrungsraum, in dem Diskurs, praktische Arbeit und alltägliches Miteinander ineinandergreifen.
Zentrales Thema/Fragestellung: Wozu brauchen wir offene Werkstätten?
Klimawandel, Ressourcenerschöpfung und wachsende soziale Ungleichheiten stellen bestehende Wirtschafts- und Produktionsweisen grundlegend in Frage. Globale Lieferketten, extraktive Rohstoffnutzung und auf ständige Erneuerung ausgelegte Konsummodelle erzeugen ökologische Schäden, verschärfen Abhängigkeiten und konzentrieren Gestaltungsmacht in den Händen weniger Akteure. Wie wir produzieren, nutzen und erhalten, ist damit keine rein technische, sondern eine gesellschaftliche Frage.
In dieser Situation gewinnen Praktiken an Bedeutung, die auf Reparieren, Wiederverwenden und Selbermachen zielen. Sie stehen für einen Wandel – weg von linearen Verbrauchslogiken hin zu gemeinschaftlich getragenen Formen des Produzierens und Gestaltens.
Solche Praktiken brauchen Orte, an denen Menschen sich begegnen, Wissen teilen und gemeinsam tätig werden können. Offene Werkstätten, Makerspaces und Repair-Initiativen sind solche Räume gemeinschaftlicher Praxis. Hier unterstützen sich Menschen gegenseitig, entwickeln praktische Lösungen für alltägliche Herausforderungen und verbinden technisches und gestalterisches Arbeiten mit sozialen Werten und Teilhabe.
Die Konferenz „critical making“ greift diese gemeinschaftlichen Ansätze auf und bringt Menschen zusammen, die mit Blick auf das Gemeinwohl, praktisch und reflektiert an materiellen, sozialen und technischen Infrastrukturen arbeiten.
Wonach wir suchen:
Beiträge können:
• gemeinsam praktisch arbeiten
• Wissen teilen
• Projekte weiterentwickeln
• Erfahrungen austauschen
• Herausforderungen diskutieren
• Kooperationen anstoßen
Gesuchte Formate:
• Workshops
• Künstlerische und technologische Projekte
• Gesprächsformate
• Projektpräsentationen
• Interaktive Installationen
• Kollektive Experimente
Vorträge sind möglich; der Schwerpunkt liegt auf partizipativen und praxisorientierten Formaten.
Ort & Kontext
Konferenz und Camp finden auf dem Campus Bockenheim in Frankfurt statt – einem Ort, an dem sich historische Debatten um Kritik, Bildung und Praxis mit aktuellen Formen gemeinschaftlicher Kultur- und Infrastrukturarbeit verbinden.
Nach dem Wegzug der Universität ist der Campus zu einem Experimentierfeld gemeinschaftlicher Praxis geworden. Rund um das sich wandelnde Studierendenhaus Frankfurt ist ein lebendiges Netzwerk aus Initiativen sowie Kunst- und Kulturschaffenden gewachsen. Mehrere zentrale Orte des heutigen Kulturcampus wurden durch zivilgesellschaftliches Engagement und Besetzungen vor dem Abriss bewahrt und einer neuen Nutzung zugeführt.
Dazu zählen die Zwischennutzung der Akademie der Arbeit mit der ada_kantine und Ateliers, die Dondorf Druckerei als Ausstellungsort der Schirn Kunsthalle Frankfurt und Aktionsraum zahlreicher zivilgesellschaftlicher Initiativen sowie die ehemalige Kunstbibliothek als Standort von Vision31.
Werkstätten, selbstorganisierte Treffpunkte und Kulturorte wie das Offene Haus der Kulturen, das MakeLab Frankfurt und das selbstverwaltete Café Rabe prägen zusammen mit benachbarten Kultur- und Forschungseinrichtungen das Areal als
lebendiges Quartier zwischen Alltag, Wissenschaft, Kunst und Aktivismus.
Initiativen und Engagierte entwickeln den Ort aus dem Bestand weiter und erproben neue Formen des Zusammenarbeitens, des Ressourcenteilens und des
gemeinschaftlichen Gestaltens urbaner Räume.
Willkommen sind insbesondere Beiträge von:
Wir möchten insbesondere Menschen und Gruppen ermutigen, die in offenen, kollaborativen und gemeinwohlorientierten Kontexten arbeiten. Dazu zählen Akteur*innen aus Werkstätten, Kollektiven, Bildungs- und zivilgesellschaftlichen
Initiativen ebenso wie selbstorganisierte Communities und Netzwerke.
• Offene Werkstätten & Reparaturinitiativen
• Hackerräume & Tech-Kollektive
• selbstorganisierte Gruppen
• Bildungsinitiativen
• zivilgesellschaftliche Projekte
• migrantische & diasporische Communities
Auch unfertige Projekte und prozessorientierte Formate sind ausdrücklich willkommen.
Einreichung:
Wenn ihr Teil des Programms werden möchtet, freuen wir uns über eure Einreichung.
Beschreibt kurz eure Idee, euer Format oder euren Ansatz – egal ob ausgearbeitet oder
noch im Prozess.
Bitte sendet uns folgende Informationen:
• Kurzbeschreibung eures Beitrags (max. 2.000 Zeichen)
• gewünschtes Format (z. B. Workshop, Talk, Installation etc.)
• räumlichen und technischen Bedarf
• Informationen zu den Beteiligten
Einreichungsfrist: 14. Juni. 2026
Eine kooperative Veranstaltung von: MakeLab, Verbund Offener Werkstätten, anstiftung, Offenes Haus der Kulturen und Vision31
Einreichungen waren bis 14.06.2026 00:00 (Europe/Berlin) möglich.